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abiunity  Nordrhein-Westfalen
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13.11.2011 um 19:37 Uhr
#171540
maria510
Schüler | Nordrhein-Westfalen
hallo ihr lieben
suche eine zusammenfassung beziehungsweise eine inhaltsangabe zum roman eine zierde für den verein.
diese inhaltsangabe sollte allerdings doch etwas detailierter sein, sodass ich weiß, um was es in dem buch geht.
weiß jemand wo ich das finden kann??
0
 
13.11.2011 um 19:48 Uhr
#171542
devian
Administrator | Nordrhein-Westfalen
Inhalt des Romans Eine Zierde für den Verein von Marieluise Fleißer

,,Im Mittelpunkt des Romans steht die Liebesbeziehung zwischen zwei jungen
Leuten. Gustl Gillich ist Sportler, ein hervorragender Schwimmer und Retter. Er rettete
bereits sechzehn Leute vor dem Ertrinken. Als Idol der Jugend im bayerischen
Provinzstädtchen trainiert Gustl den jungen Nachwuchs. Seit einigen Tagen ist er auch
selbständiger Tabakwarenhändler in seinem neu eröffneten Tabakwarenladen.
Frieda arbeitet als Kauffrau in Sachen Mehl. Sie bietet und verkauft Mehl. Sie ist
völlig selbständig und unabhängig, nur auf sich selbst angewiesen. Über ihre Familienverhältnisse erfährt man so gut wie nichts (sie ist wohl Vollwaise), sie hat
jedoch eine jüngere Schwester Linchen, die eine Klosterschule in einer anderen Stadt
besucht, in einem Internat lebt und um die sich Frieda kümmert. Frieda fühlt sich
verantwortlich für Linchen und will für sie eine bessere Zukunft erreichen.
Am Anfang der Geschichte befindet sich Frieda in einer psychischen Krise. Die
Geschäfte gehen wohl in einer wirtschaftlich schlechten Zeit nicht gerade gut. Sie steht
am Fluss, will hineinspringen und sich ertränken. Am Fluss trifft sie jedoch Gustl, der sie
von dem Selbstmord abrät und stattdessen bittet er sie um ein Rendezvous. Gustl und
Frieda verlieben sich ineinander. Gustl respektiert zunächst Friedas Freiheit und
Selbständigkeit, die sie sorgfältig bewahrt. Er scheint sie sogar zu bewundern für ihr
eigenständiges Leben, ihre freie Sexualität und ihren großen Willen sich alleine durch
das Leben durchzuschlagen. Auch Frieda ist von dem sportlichen Gustl fasziniert.
Gustls Beziehung zu Frieda Geier wird in der Provinzstadt sowie in Gustls
Familie von Anfang an mit Unzufriedenheit und Verdacht begleitet. Gustl wird
vorgeworfen, wegen Frieda seinen Sport sowie den Sportverein und damit auch seine
Anhänger zu vernachlässigen. Tatsächlich gibt Gustl zu, im Sport mehr erreichen zu
können, falls man die Frauen völlig vermeidet und sich nur auf das Training und die
Wettbewerbe konzentriert. Gustl wird nicht nur seitens seiner Anhänger kritisiert,
sondern auch seine Mutter stellt sich gegen seine Beziehung zu Frieda.
Gustls Liebe zu Frieda ist stärker, nach anfänglichem Zögern entscheidet er sich
gegen den Willen seiner Mutter und zur Unzufriedenheit seiner Anhänger für Frieda und
verbringt viel Zeit mit ihr. Frieda hilft ihm im Laden, wenn sie Lust und Zeit hat. Sie
putzt, räumt, dekoriert die Auslage, sie tut dies aber ausschließlich aus freiem Willen.
Gustl zeigt dagegen nur geringes Interesse für Friedas Arbeit.
Wenn Gustl mit seinem Geschäft in finanzielle Schwierigkeiten gerät, kommt er
auf die Idee, Frieda zu heiraten. Frieda soll als Gustls Ehefrau auf ihren eigenen Beruf
verzichten (nach dem Gesetz entscheidet der Ehemann über den Beruf seiner Gattin) und
als Aushilfekraft in seinem Laden ohne Anspruch auf eine finanzielle Belohnung
arbeiten. Friedas Verzicht auf ihre Erwerbstätigkeit soll ein natürlicher Ausgang ihrer
Heirat mit Gustl werden. Außerdem erwartet Gustl, dass Frieda ihre gesamten
Ersparnisse einschließlich des für Linchen bestimmten Erbteils in sein Geschäft
investiert. Dies kann und will Frieda allerdings nicht akzeptieren. Sie fürchtet nicht nur
93
den Verlust Linchens Erbteils, sondern vor allem den Verlust ihrer eigenen
Selbständigkeit und finanziellen Unabhängigkeit, die sie sich unter schweren
Bedingungen erarbeiten musste. Gustl interessiert sich für Linchens Schicksal hingegen
nur wenig; es ist ihm egal, wer sich um sie kümmert, wenn Frieda heiratet.
Gustl liebt Frieda und ist daher durch ihre Ablehnung verletzt. Seine
Verzweiflung steigert sich allmählich – wesentlich von seinem kleinbürgerlichen Millieu
beeinflusst – zur Beleidigung. Er probiert Frieda noch zu überreden und wenn dies nichts
hilft, will er ihr ein Kind machen und sie auf diese Weise zur Heirat zwingen. Wenn auch
diese Aktion schief geht, fährt er Friedas Schwesterchen Linchen besuchen, um sie zu
verführen, zu schwängern und Frieda auf diese Weise an sich zu binden.55
Frieda beharrt jedoch sturr auf ihrer Entscheidung. Es ist offensichtlich, dass
Gustl eine andere Frau braucht. Ihre Selbständigkeit bedeutet Frieda sehr viel und wenn
sie in der Beziehung dazu gezwungen wird, ihre Unabhängigkeit aufzugeben, entscheidet
sie sich lieber dafür, die Liebe aufzugeben. Wenn Gustl ihre Vorstellungen nicht
akzeptieren kann, müssen sie sich voneinander trennen. Gustl ist im patriarchalischen
Denken allzu tief befangen. Schließlich stehen alle auf Gustls Seite und Frieda wird in
der Provinzstadt zur Außenseiterin. Sie beginnt, ihre Kunden in der Stadt zu verlieren,
die Leute plaudern und quatschen über sie, sie wird auch von den Jungs bedroht. Sie
muss die Stadt verlassen.''

Quelle siehe Datenbankeintrag

Dann ist das hier sicher auch noch informativ:

Artikel: Der Sport als Schauplatz eines ungleichen Geschlechterkampfs, NZZ Online

,,«Genau gedacht ist das Wesentliche des Sportsmanns (?) sein Sportgeist, eine bestimmte Kampfeinstellung des Lebensgefühls. (?) Vielleicht kann der Mann der geistigen Arbeit von den Methoden, die der Sportsmann durchführt, lernen» – so spekulierte Marieluise Fleisser im 1929 publizierten Text «Sportgeist und Zeitkunst. Essay über den modernen Menschentyp». Die damals mit Brecht befreundete und mit dem Schwimmer Josef Haindl verlobte Fleisser übernahm damit die Sport-Begeisterung der Zeit, die sich von der körperlichen Betätigung eine Erneuerung der Kultur erhoffte.

Zwei Jahre später hatte sich Fleisser mit Brecht zerstritten und von Haindl getrennt – und sie hatte einen Roman geschrieben, der einen neuen und originellen Blick auf den Sport und den von ihm beförderten Geist warf. «Mehlreisende Frieda Geier», 1972 von der Verfasserin bearbeitet und in «Eine Zierde für den Verein» umbenannt, erzählt die Geschichte einer selbständigen und ökonomisch unabhängigen Frau, die mit dem Tabakwarenhändler und Schwimmer Gustl Amricht liiert ist. Gustl ist Frieda zwar intellektuell unterlegen, sie begehrt ihn aber als «gesunden Barbaren» und «Kenner der Natur». Doch sehr bald zeigt sich, dass die beiden jenseits der gemeinsamen Liebesnächte unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben: Gustl möchte Friedas Erspartes in seinen Laden investieren und durch die Ehe als unbezahlte Arbeitskraft gewinnen; dies lässt sich Frieda nicht gefallen, und die Beziehung geht zu Bruch.

Diese Trennung wird im Roman inszeniert als Folge unterschiedlicher Auffassungen vom Körper und von dessen Gebrauch. Frieda schätzt den lustvoll-entspannten körperlichen Umgang, während Gustl vor allem die asketische und aggressive Disziplinierung des Leibes praktiziert. Das sportliche Training erscheint im Roman zunehmend als eine Tätigkeit, die mit der christlich geprägten Leib- und Lustfeindlichkeit des kleinbürgerlichen Milieus einhergeht. Den Schmerz über den Verlust der Freundin verdrängt der «leibfromm» gewordene Gustl mit intensivierten sportlichen Übungen. Doch die zurückgehaltene Lust kehrt als Gewalt wieder, wie sich in der geplanten Vergewaltigung von Friedas Schwester Linchen zeigt. Fleissers Roman zeigt so am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme, dass im männlich dominierten Vereinssport nicht nur die Gefahr von falsch verstandenem Gemeinsinn lauert, sondern auch gesellschaftliche Verrohung.

Der Sportsgeist ist dabei zur Waffe im Geschlechterkampf geworden: «Die Männer muss man zugrunde richten, sonst richten sie einen selber zugrunde», bemerkt deshalb eine Freundin Friedas. Doch Frieda nimmt einen solchen Vernichtungskampf nicht an. Es ist eine der Pointen des Romans, dass nach gewalttätigen Angriffen der Männer die Frauen aus dem Text verschwinden, zuerst Linchen, dann auch Frieda. Mit ihnen verschwinden aber auch die reflektierenden Figuren, die das katholisch-sportliche Patriarchat in der Provinz kritisch perspektiviert hatten. Was bleibt, ist die sportliche Männerwelt des Vereins – und was daraus werden sollte, ist aus der Geschichte bekannt. Michael Gamper ''

Quelle: http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/rads...s_1.672672.html

Im Anhang findest Du noch eine ausführliche Zusammenfassung, mit Interpretation und Analyse des Romans.
Die zweite Datei ist die Quelle der ersten Datei.
__________________

devian (Julius)
3
 
13.11.2011 um 21:29 Uhr
#171549
maria510
Schüler | Nordrhein-Westfalen
Dankeschön war sehr informativ!
genau was ich mir vorgestellt habesmile
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