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abiunity  Nordrhein-Westfalen
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Seite 10
 
20.02.2018 um 03:49 Uhr
#366256
Peppi2401
Schüler | Niedersachsen
  • Abiunity Supporter
Extra3 , klicke oben auf der Leiste auf den Briefumschlag. Dann schicke ich dir noch zusätzliche Dokumente.

Hier findest du auch noch eine gute Datei

https://www.abiunity.de/download.php?id=15302

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Kurz und Knapp

4.3.1 Epoche:
• Fin de siecle/ Wiener Moderne
• Historischer Hintergrund: Gesellschaftlich/ Wirtschaft (anonyme Massen/ Großstadt, Aufbruchs-/Endzeitstimmung, Zukunftseuphorie/-angst, Leichtlebigkeit/ Vergänglichkeit), Politisch (Ankündigung 1.Weltkrieg, Nationalismus, Militarisierung), Wissenschaft (Ideologie der Objektivität/ Rationalismus/ Fortschritt)
4.3.2 Kennzeichen der Epoche
• Weltbild-/ Menschenbild:
o Wirklichkeit: Verlust der Einheit, Kulturzerfall, Gesellschaftskriese
• Lebensgefühl: bedrückenden Stimmung von Dekadenz/ Verfall (dunkles Zukunftsbild, Pessimismus, nahende Katastrophe, gesteigerte Sensitivität/ Nervosität, Willensschwäche, Identitätsverlust)
• Literatur:
o Charakter: Individualität, Subjektivität
o Motive: von Elend, Weltschmerz, Endzeit, Tod, Untergang
4.3.3 Brief
• Autor: Hugo von Hofmannsthal (1874-1929)
• Thema:
o Damaliger Zustand: Schriften (Mystik, Märchen, Antike), Weltsicht (Erfassung erlebbare Welt/ Natur, Darstellung Welt in Idealsicht, Trunkenheit, Einheit Sprache/ Dichter)
o Sprachkrise: Verlust selbstverständlicher Leistungen der Sprache (Stufenweise Abwendung/ Sprachentfremdung/ Unfähigkeit, keine adäquate/ eindeutige Wiedergabe Wirklichkeit, Unmöglichkeit Ansprechen höheres Thema), Folgen (Unfähigkeit der Sprache/ Denken, Abkehr von Sprache/ Realität, Lähmung/ Isolation/ Leere/ Verstummung, stumme Sprache)
o Sprachkritik: Sprache als Instrument (Verlust ursprünglichen Sinn, abstrakte Allgemeinbegriffe, abgenutzte/ verbrauchte/ konventionelle/ belastete Begriffe ohne Verdeutlichung, Standardisierung/ Worthülsen/ Denkschablonen Automatisierte Wirklichkeitswahrnehmung durch vorgefertigte Begriffe), Verlorene Mystik (Entfremdung durch Wissenschaft/ Genauigkeit/ Realismus/ Massenmedien)
o Lösung: neue Sprachreflexion (alternative Erfahrung/ Rückzug in Kunstwelt, mystische Augenblicke, Enthebung von Wirklichkeit, unio mystica: Einheit Natur/ Seele, Unsagbarkeitstopos: keine bestimmte Definition), Kunstsprache (Ausdruck tiefe Empfindungen/ Welt durch Niedrigste/ Chiffren/ Banalen)
4.3.4 Analyseaspekte
• Aufbau: Beschreibung damaligen Zustand, Entwicklung Sprachlosigkeit
• Figurencharakteristik/-konstellation und Funktion:
o Merkmale Einzelner: Dichter Lord Chandos (26 Jahre, Veröffentlichungen in der Vergangenheit: Mystik/ Erfassung erlebbare Welt, Trunkenheit, Gegenwart: Verzweiflung, Abhängigkeit von Sprache/ Lebenssinn, Schreibpause/-verzicht), Lord Francis Bacon (42 Jahre, Mentor, Naturwissenschaftler/ Philosoph)
o Figurengestaltung: fiktiv, reell
o Konstellation/ Verhältnis zu anderen: Briefwechsel/ Freundschaft, Schriftsteller, Vertrautheit, Kontrast, implizierte Kritik/ Angriff/ Schuldzuweisung
• Ort/ Zeit und Funktion:
o Schauplatz/ Raum: Der Tag (Berliner Tageszeitung)
o Zeit: 1603
• Erzähltechnik und Funktion:
o Erzählform: Ich
o Erzählverhalten/ Darstellung: Personal (eine Sichtweise), fast innerer Monolog
o Standort/Raum: Symbolraum (Haus: Symbol Verfall/ Verfassung, Wetter: unabwendbare Gewalt)
o Tempus: Wechsel von Präteritum in Präsens
• Sprachlich-stilistische Gestaltung und Funktion:
o Auffälligkeiten: rhetorische Fähigkeit (Kontrast/ Paradox zu Inhalt, Metaphorik, Feinheit, Geschick, Ausdruckskraft), Autobiographie (Parallele, Selbsttheraphie)


Last Minute : Spickzettel für Bus und Bahn vor einer Klausur

Sprachkritik, Sprachskepsis und Sprachnot:
Chandos Brief: von Hugo von Hofmannsthal (1902): fiktiver Briefschreiber „Lord Chandos“ eine literarische Figur eines humanistischen Intellektuellen des frühen 17. Jh. Der an den realen Naturwissenschaftler Francis Bacon über die Sprachpraxis seiner eigenen Zeit um 1900 schreibt; er schildert seine Sprach- und Identitätskrise //// Teil I. : Schaffenskrise von Chandos als Schriftsteller/ Gründe seiner Sprachnot: zwei Tendenzen seiner zeitgenössischen Sprachverwendung: rhetorisch-kunstvolle Sprache (-> Renaissance) vs. begrifflich-rationale Sprache (Beginn der Neuzeit) / Chandos kritisiert die durchgesetzte Sprache der Neuzeit und bezeichnet sie als zusammenhanglose Einzelteile / er verwendet beide Sprachen in der Zeit als produktiver Schriftsteller / Sprachskepsis aufgrund seines tiefgreifenden Erkenntniszweifels -> Verlust von Sprache als leistungsfähiges Erkenntnis- und Kommunikationsmedium / Wortgebrauch seiner Zeit ist nicht geeignet und Teil seines Selbstverständnisses geht verloren und Sprache und ICH bilden keine Einheit mehr //// Teil II.: Auswege aus seiner Sprachkrise (in fortgesetzter Sorge und nur in Ansätzen) / Zentral für seine Neubestimmung dabei sein Begriff „Leben“ und neue Weltansicht -> sind weder naturwissenschaftlich oder religiös, er bezeichnet es als „Mystik“ / Nichtigkeiten gewinnen an Bedeutung, nichterachtende Dinge des einfachen Lebens => Offenbarungen (in denen er glaubt die verlorene Einheit von Ich und Welt zurückzugewinnen – nur in „guten Augenblicken“) / mystische Augenblicke -> kreative Chance für Nichtreligiöse / Sprachlosigkeit: beschließt keine Bücher mehr in überlieferten Sprachstilen zu schreiben und nur noch auf Augenblicke zu beschränken in denen die „stummen Dinge“ des Lebens zu ihm sprächen /// => Paradoxon = Widerspruch //// Epoche: „Moderne“ (Beginn 20. Jh.): Industrialisierung, Verstädterung / Zweifel an Aufgabe der Sprache/ Sprachverständnis- Fähigkeit den Sinn und die Bedeutung der Sprache zu erkennen kam nach und nach abhanden und die traditionelle Aufgabe der Sprache wurde in Frage gestellt / Sprachskepsis/ Konflikt zwischen Sprache und ihrer Darstellung der Realität / zunehmende Selbstkritik / sprachgewaltig: Metaphern, Symbole, Bilder, Alliterationen
Zuletzt bearbeitet von Peppi2401 am 20.02.2018 um 05:14 Uhr
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Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen ( Goethe )
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